Einleitung

Bindung

Bindung gehört zum Menschen

Bindungs-Explorations-Balance

Erste Bindung an die Mutter

Schwangerschaft und Geburt

Bindungsqualitäten

Entstehung der sicheren Bindung

Bindung und Sprache

Vorteile der "sicheren Bindung"

Sichere Bindung erhält das Leben

Angst zu Verwöhnen

Bindung und Loslösung

Bedeutung der Vater-Kind-Bindung

Frühe Fremdbetreuung

Übergänge in Betreuungseinrichtungen

Literatur: Bindung

Literatur: Frühe Fremdbetreuung

Literatur: Kinder verstehen und liebevoll großziehen

 

 

 

Angst zu Verwöhnen

Eine prompte Bedürfnisbefriedigung ist nicht mit dem Verwöhnen im negativen Wortsinn gleichzusetzen. Feinfühligkeit unterscheidet sich von Verwöhnen und Überbehüten dadurch, dass feinfühlige Eltern ihr Kind in seiner zunehmenden Selbständigkeit und seiner wachsenden Kommunikationsfähigkeit fördern.

Manche Eltern machen sich Sorgen, ob sie ihrem Kind schaden, wenn sie auf alle seine Bedürfnisse eingehen. Sie glauben, man müsse das Kind vom ersten Lebenstag an dazu erziehen, zu warten und zu verzichten und ganz allgemein auf die "Härte des Lebens" vorbereiten. Viele Vorurteile aus früheren Erziehungsmethoden wirken hier nach. Tatsächlich kann der Säugling von diesem „gut gemeinten“ Verzichts- und Frustrationstraining gar nicht so profitieren, wie die Eltern es erhoffen. Der Säugling hat noch kein bewusstes „Ich“ entwickelt. Es erfährt bei Nichtbeachtung nur, dass seine Stimme nicht gehört wird und seine Bedürfnisse nichts zählen. Schenkt ihm die Umgebung keine Aufmerksamkeit führt dies im Innersten zum Gefühl, nichts wert zu sein.

In den ersten Lebensjahren bilden sich das Urvertrauen und das Selbstwertgefühl. Man kann den Säugling aus dieser Sicht heraus gar nicht verwöhnen.